Das gute Kinderfahrrad - Die besten Tipps. Wirklich.

Artikel veröffentlicht:18 Feb, 2018 in: Ratgeber, Fahrräder, Kinderfahrradfinder, Kinderfahrräder, Jugendfahrräder, Kaufberatung
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12 Tipps zum Kinderfahrrad. Größe, Gewicht, Kurbel, Schaltung, Geometrie, Bremsen, Kaufzeitpunkt und mehr.
Hier jeweils kurz auf den Punkt gebracht. Weiterführende Informationen finden sich dann in den jeweils verlinkten Ratgeber-Artikeln.

Das Kinderfahrrad in der richtigen Größe wählen

Zuerst die völlig ungeeigneten Kriterien zur Auswahl eines passenden Kinderfahrrads:

  • Das Alter des Kindes. Jeder weiß, wie unterschiedlich groß zwei Kinder im selben Alter sein können.
  • Die  Größe der Laufräder in Zoll. Denn z.B für ein 1,25m großes Kind gibt es  passende Fahrräder mit 20 Zoll, 24 Zoll und sogar 26 Zoll Laufrädern!
  • Der eventuelle Wunsch der Eltern, das Fahrrad möge doch bitte ein paar Jahre passen. Denn ein zu großes Fahrrad ist halt einfach zu groß, macht keinen Spaß und ist gefährlich.
    Aus unerfindlichen Gründen hören Eltern in Fahrradläden nicht selten den Satz "Da wächst er/sie schon noch rein". Bitte einfach ignorieren.


...denn, welches Kinderfahrrad die passende Größe hat, hängt ausschließlich von zwei Dingen ab:

  • von den Maßen Körpergröße und/oder Innenbeinlänge/Schrittlänge des Kindes
  • vom Fahrkönnen - Wie sicher ist der Nachwuchs schon auf dem Fahrrad unterwegs?

Die Hersteller guter Kinderfahrräder geben alle Mindestkörpergröße oder Mindestinnenbeinlänge für jedes ihrer Fahrräder an. Oder sogar beides. Oft sind die Vorgaben recht vorsichtig in Bezug auf das Fahrkönnen gewählt. Ist Ihr Kind also schon sehr sicher mit dem Rad unterwegs, kann man diese Werte u.U. um ein paar cm unterschreiten (Innenbeinlänge: 1-2cm, Körpergröße: 3-4cm.). Bei Überlegungen in dieser Richtung aber bitte unbedingt probefahren oder mit dem Hersteller Rücksprache halten.

Alle Räder im Kinderfahrradfinder sind mit den Herstellerangaben bezüglich dieser Maße versehen. Anders könnte die Suche über die Größe des Kindes schließlich garnicht funktionieren.

Mehr dazu unter Die richtige Größe beim Kinderfahrrad - Körpergröße und Innenbeinlänge/Schrittlänge


Ein gutes Kinderfahrrad ist wirklich leicht

Mit einem leichten Kinderfahrrad kann ein Kind leicht Radfahren und mit einem schweren nur schwer. So einfach.

Wenn man die Relation bezüglich Fahrergewicht/Kraft zum Gewicht des Fahrrads betrachtet, dann entsprechen 2kg Mehrgewicht an einem Kinderrad 4-6kg Mehrgewicht bei Erwachsenen-Fahrrädern.

Last but not least erfüllt es Kinder immer mit großem Stolz, wenn sie ihr Rad selber eine Treppe hochtragen können. Und es entlastet die Eltern ;-)

Geringes Gewicht ist eines der Hauptkriterien in Bezug auf die Frage, welche Fahrräder Aufnahme im Kinderfahrradfinder finden. Und welche nicht.

Mehr zum Gewicht unter Das Gewicht - bei Kinderrädern ist leicht wirklich besser


Richtige Tretlagerhöhe und Kurbellänge am Kinderrad

Das ist bei Kinderrädern nicht so einfach für die Hersteller: Einerseits sollen die Kinder meist noch mit beiden Füßen und im Sattel sitzend auf den Boden kommen - andererseits lässt es sich am effizientesten pedalieren, wenn das Bein bei Pedalstellung unten beinahe durchgestreckt ist.

Beides gleichzeitig lässt sich aber leider nicht erreichen. Aber gute Kompromisse - und schlechte. Achten Sie daher auf Folgendes: Außer bei den allerkleinsten Kinderfahrrädern sollte das Tretlager nicht höher sitzen als die Achsen der Laufräder. Und auch bei den Kleinsten nicht wirklich sichtbar höher. Sonst stoßen die Kinder beim Treten fast mit den Knien gegen ihre Ellenbogen. Folge ist, dass dann viel im Stehen gefahren wird. Und das ist unnötig anstrengend.

Deshalb bitte regelmäßig mit dem Wachstum den Sattel höher stellen. Das ist supereinfach und die Fahrt wird sofort weniger anstrengend fürs Kind.

Und die Kurbellänge sollte in etwa bei 10% der Körpergröße des Fahrers liegen.

Mehr dazu im Ratgeber-Artikel Die richtige Kurbellänge und Tretlagerabsenkung am Kinderfahrrad


Ein gutes Kinderrad ist nicht billig - aber preiswert

...und am Ende doch nicht so teuer: Es ist zwar richtig, dass Kinderfahrräder etwa bis 16 Zoll Laufradgröße nur ein Jahr lang passen, ab 20 Zoll vielleicht zwei und später auch mal drei. Schaut man sich aber den Wiederverkaufswert hochwertiger Kinderfahrräder an, so kostet auch ein 500.- Euro 20 Zoll Rad am Ende nur ca. EUR 75.-/Jahr - also EUR 6,25/Monat. Soviel etwa - bzw. so wenig - wie eine kleine Pizza pro Monat :)

Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn man sich das Rad nicht klauen lässt - bzw. man für diesen Fall eine Versicherung hat. Die gute Nachricht hier: Dazu braucht es in der Regel keine teure Extra-Fahrradversicherung. Die oft ja schon bestehende Hausratversicherung deckt die Preisbereiche von Kinderrädern meist locker ab. Einfach mal einen Blick in die Versicherungsbedingungen werfen. Und notfalls wechseln.

Mehr dazu im Ratgeber-Artikel Der Preis - Warum 500 Euro für ein Kinderfahrrad nicht teuer sind


Rücktritt am Kinderfahrrad bringt (fast) nur Nachteile

Rücktrittnaben wiegen viel, erschweren am Anfang (An)fahren zu lernen, da sich die Pedale nicht frei in Stellung bringen lassen. Optimal gebremst werden kann auch wieder nur aus einer bestimmten Pedalstellung. Ungünstig bis gefährlich in Notsituationen. Rücktritt lässt sich außerdem schlecht dosieren. Der Punkt maximaler Bremskraft kurz vor dem Blockieren des Rads ist nur schwer zu treffen.

Und zu guter Letzt: Ein später wahrscheinlich ohnehin kommender Umstieg auf Handbremsen verläuft zwar in der Regel völlig unproblematisch. Im Notbremsfall dürfte es dann aber doch einen Unterschied machen, ob ein Kind erst seit 6 Wochen mit den Händen bremst, oder seit 6 Jahren und 6 Wochen.

Zum Thema Bremse gibt es zwei Ratgeber-Artikel: Die Bremsen am Kinderrad - V-Brake, Cantilever, Rennrad- und Scheibenbremsen und Die Bremsen am Kinderfahrrad: Exkurs - Bitte keinen Rücktritt


Federgabeln? Bitte nur an echten Kinder-Mountainbikes

Federgabeln sind eine tolle Sache. Im Gelände. Selbst dort aber nur dann wenn es sich um hochwertige Modelle handelt. An einem vorwiegend auf Asphalt oder festen Wegen benutzten Kinderfahrrad bringen Federgabeln aber ausschließlich Nachteile: Sie sind viel schwerer als eine Starrgabel- Sie sind wartungsintensiv und defektanfällig - und fangen nach einer Zeit oft an, störende Geräusche von sich zu geben. Im schlimmsten Fall erfüllen sie am Kinderfahrrad auch schlicht nicht ihren Zweck zu federn, da das Fahrergewicht zu gering ist, um die Federung überhaupt ansprechen zu lassen.

Es gibt gute Federgabeln für Kinder-Mountainbikes. Deren Einzelpreis übersteigt allerdings nicht selten das Budget, dass Eltern vielleicht nicht einmal für das komplette Fahrrad vorsehen.

Eine Federgabel sollte es also nur an einem auch wirklich als Mountainbike in echtem Gelände eingesetzten Kinderrad sein.


Stützräder helfen nicht, Fahrrad fahren zu lernen. Ganz im Gegenteil.

Während die meisten der hier lesenden Eltern ihrerzeit noch Stützräder an ihr erstes Fahrrad montiert bekommen haben, ist es inzwischen unumstrittener Fakt, dass Stützräder das Fahrrad fahren lernen erschweren, statt dabei zu helfen.

Im Optimalfall hatte ein Kind vor dem ersten Fahrrad mit Pedalen bereits ein Laufrad. Falls nicht - und wenn sich der direkte Einstieg als zu schwierig erweist - kann man für die ersten paar Stunden oder Tage auch die Pedale abmontieren (lassen), so dass das Kind erstmal ein Balancegefühl entwickeln kann, während es das Fahrrad dann zunächst wie ein Laufrad nutzt.

Mehr dazu im Ratgeber-Artikel Laufräder statt Stützräder


Kettenkästen sind schlecht für die Knie - und 3-fach-Kurbeln unnötig.

So verlockend ein Kettenkasten wegen immer sauberer Hosenbeine auch erscheinen mag: Er benötigt viel Platz in der Breite und erzwingt so einen sehr großen Pedalabstand. Das wirkt sich umso ungünstiger auf Treteffizienz (und gesunde Knie) aus, je kürzer die Beine eines Fahrradfahrers sind. Und Kinder haben nunmal vergleichsweise kurze Beine ;-)

Es gibt auch bessere Kettenschutzvarianten als komplette Kettenkästen. Diese umschließen wirklich nur die Kette. Oder vereinzelt auch Riemenantrieb.

Apropos saubere Hosenbeine: frisches Öl an der Hose lässt sich letztlich auch ganz einfach mit Gallseife in der Regel rückstandslos entfernen. Am besten direkt und noch bevor man einen Versuch in der Waschmaschine startet.

Dreifach-Kurbeln erhöhen den Pedalabstand auch. Zwar nicht ganz so drastisch. Auch weil sie sich erst an Rädern für größere Kinder mit entsprechend längeren Beinen finden. Aber es gibt einfach nichts, was für sie sprechen würde. Viele Erwachsene sind mit dem Schalten vorne und hinten noch überfordert. Und das gilt für Kinder natürlich umso mehr. Auch die Einstellung und Wartung ist deutlich aufwändiger. Nur lauter gute Gründe also, auf 3-fach-Kurbeln zu verzichten.

Mehr dazu im Ratgeber-Artikel Kettenschutz, Dreifach-Kurbeln und der Q-Faktor


Vollausstattung? 

Gepäckträger, Schutzbleche, Ständer, Nabenschaltung und Naben-Dynamo... Leider gibt es kaum wirklich gute, vollausgestattete Kinderräder von der Stange. Eine Erklärung dafür dürfte wohl das resultierende hohe Gewicht sein, wenn all diese Dinge auf halbwegs günstige Teile zurückgreifend verbaut werden. Der Kinderfahrradfinder findet das aber nicht so tragisch, wie es sich vielleicht zunächst anhört: Denn was von alldem wird überhaupt wirklich gebraucht? 

  • Nabenschaltungen sind zwar wartungsarm, aber schwer. Eine 1-fach Kettenschaltung, wie sie die meisten guten Kinderräder haben ist in Sachen Einstellung und Wartung aber auch absolut keine Raketenwissenschaft. Immerhin entfällt ja schonmal mit dem bei 1-fach nicht benötigten Umwerfer schon die Hälfte der Komplexität. Und eine Kettenschaltung ist definitiv viel leichter.

  • Ein Dynamo ist heute in Deutschland nicht mehr vorgeschrieben. Und LED-Lampen mit Akku sind richtig gut geworden.

  • Wer ein Fahrrad behalten will, sollte es tunlichst an- und nicht nur abschließen. Ein Ständer ist in Bezug darauf fast kontraproduktiv.

  • Gepäckträger werden für Fahrradtaschen z.B. beim Einkauf oder auf mehrtägigen Fahrradtouren gebraucht. Sind das Einsatzgebiete des avisierten Kinderrads?

  • Schutzbleche. Ja, die machen wirklich Sinn. Natürlich aber nur wenn auch Regenfahrten zu erwarten sind.

Und so weiter. Was hier ausgesagt sein soll: Überlegen Sie sich unvoreingenommen für jedes zusätzliche Teil am Rad, ob das Kind es wirklich brauchen wird. Das spart möglicherweise Gewicht - und Geklapper ;) 

Das alles nochmal ausführlicher unter Gepäckträger, Ständer und Schutzbleche am Kinderfahrrad


Kinderfahrradkauf: Möglichst nicht erst kurz vor Ostern

Nicht Weihnachten, sondern Ostern ist absolute Hochsaison in der (Kinder-)Fahrradbranche. Die Händler sind im Dauerstress und haben kaum Zeit für ausführliche Beratung. Die Preise sind hoch und viele Modelle oder Wunschfarben nicht (mehr) lieferbar.

Der beste Zeitpunkt zum Kinderfahrradkauf dürfte daher wohl etwa im Januar liegen: Die Lager sind dann voll. Sowohl mit ein paar Restposten der Vorsaison, als auch mit den neuesten Modellen in allen Farben.

Klar: Wirklich gebraucht wird das Fahrrad meist erst ab dem Frühjahr. Aber im Januar kann man im Gegensatz zum Herbst doch schon ziemlich genau abschätzen, wie groß das Kind im April sein wird und ein passendes Rad wählen.

Mehr dazu im Ratgeber-Artikel: Kinderfahrrad kaufen: Am besten nicht zu Ostern


Wenn irgend möglich: Erst größere Kinder das Fahrrad selbst aussuchen lassen

Klar: Es ist sehr wichtig, dass das Fahrrad Ihrem Kind auch gefällt. Am Ende lässt es das Rad sonst noch nur wegen des Aussehens links liegen, statt damit zu fahren. Andererseits: 2 Kilo weniger, eine erreichbare Handbremse und auch ansonsten gute Ergonomie sind ja vielleicht doch wichtiger, als Glitzerfransen am Lenker und Motiven aus irgendeiner aktuellen Zeichentrickserie. ;-)

Kompromissvorschlag bei noch kleinen Kindern: Finden Sie die aktuellen Lieblingsfarben Ihres Kindes heraus und kaufen Sie dann ein gutes Rad in passender Farbe. Und auch wenn der Kinderfahrradfinder über Farboptionen nicht Buch führt: Die meisten Hersteller wissen um die Wichtigkeit der Farbenauswahl für Kinder und haben entsprechend viele Optionen im Programm.

Und Fransen lassen sich ja notfalls auch noch in Eigenregie anbringen. Genauso wie Sticker mit Comicfiguren oder Puppensitze ;)

Ist das Kind schon älter und hatte schon das eine oder andere gute Rad, wird es dann auch selbst in der Lage und gewillt sein, nicht allein nach Optik zu entscheiden.


...und wenn das Rad da ist: will es gefahren werden :)

und zwar am besten nicht nur alle paar Tage für ein paar Meter beim Familienspaziergang, sondern auch mal weiter zu einem schönen Ziel, auf das sich Kinder freuen. Und am besten auch auf den täglichen Wegen zu Schule oder Kindergarten. Letzteres ist bei vielen Eltern mit vielen Sorgen verbunden. In zwei Blog-Beiträgen hat sich der Kinderfahrradfinder mit diesem Thema befasst:

Der Schulweg - Bitte nicht mit dem Elterntaxi und Schulweg: mit dem Fahrrad zu Grundschule und Kita


Zum Schluß

Mit diesen Tipps gerüstet, sollte nun der erfolgreichen Suche nach einem guten und passenden Kinderrad - z.B im Fahrrad-Finder des Kinderfahrradfinders - nichts mehr im Wege stehen. Der Kinderfahrradfinder listet übrigens auschließlich (Ausnahmen bestätigen die Regel) Fahrräder, die den genannten Kriterien entsprechen.


Fragen, Ergänzungen oder andere Meinungen?

Ich freue mich über entsprechende Kommentare. Dieser und alle anderen Ratgeber-Artikel sind "Work-in-Progress" und der Kinderfahrradfinder ergänzt sie gegebenenfalls gerne.




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Fragen, Ergänzungen, Meinung, Anregungen oder Kritik? Der Kinderfahrradfinder freut sich über jeden Beitrag.

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