Der Schulweg - Bitte nicht mit dem Elterntaxi

Artikel veröffentlicht:05 Jul, 2017 in: Ratgeber, Straßenverkehr
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Bilde: HüttenmoserKUMDok.Muri.ch

Dieser Artikel ist der erste von zwei Beiträgen im Kinderfahrradfinder zum Thema Schulweg bzw. Weg zu Kindergarten. Begleitet und unbegleitet.

Auf welche Empfehlungen ein solcher Artikel in einem (Kinder-)Fahrrad-Blog hinausläuft, mag der geneigte Leser bereits vermuten, und daher kann hier auch einfach kurz vorausgeschickt werden:

  • Zu Fuß oder mit dem Rad? Ja!
  • Mit Bus oder Bahn? Wenn es die Entfernung erfordert.
  • Mit dem Auto: Bitte nur, wenn es wirklich gar nicht anders geht.

Aber...

...es gibt trotz dieser Vorwegnahme keinen Grund, jetzt nicht mehr weiterzulesen. Auch dann, wenn Sie sich den einen oder anderen Grund für diese Empfehlung wahrscheinlich ebenfalls schon denken können:

  • Bewegung ist gesund
  • Etwas frische Luft und Bewegung vor dem langen Stillsitzen in der Schule fördert Konzentrationsfähigkeit und Ausgeglichenheit
  • Eltern, die Ihre Kinder mit dem PKW - im sogenannten "Elterntaxi" zu Schule oder Kita bringen, erzeugen genau die Gefahr selbst, vor der sie ihre Kinder schützen wollen: "Der ganze, gefährliche Straßenverkehr!"...um dann mit dem eigenen PKW selbst und genau Teil dieses Problems zu werden.

Denn es gibt noch einen anderen wichtigen Aspekt. Nach Auffassung des Kinderfahrradfinders den gewichtigsten, der auch viel mehr als die obengenannten vielleicht sogar geeignet ist, den eingefleischtesten Autofahrer zum Überdenken seines/ihres "Jobs" als Eterntaxifahrer zu bewegen, so praktisch das alles morgens auch sein mag.

Dazu einfach einmal vier Bilder, die Schüler gemalt haben:

Schulweg - gemalt von Schüler, der zu Fuß zur Schule geht
Schulweg - gemalt von Schüler, der mit dem Auto zur Schule gebracht wird

Schulweg - gemalt von Schüler, der mit dem Auto zur Schule gebracht wird
Schulweg - gemalt von Schüler, der zu Fuß zur Schule geht

Bilder: HüttenmoserKUMDok.Muri.ch

Aufgabe war bei allen Zeichnungen, ein Bild vom eigenen Schulweg zu malen. 

...und es ist wohl nicht schwer zu erraten, welches der Kinder den Schulweg zu Fuß absolviert - und welches ihn im Auto verbringt  :-/

Auf zu Fuß zurückgelegten Wegen gibt es für Kinder viel zu sehen, zu erkunden, zu entdecken, anzufassen und zu begreifen. Und nichts machen Kinder mit ihrer Neugier lieber und lernen dabei viel über die Welt und für das Leben. Von all dem bietet die Fahrt im Auto nichts. Langweilig und monoton ist es darin. Und das wenige, was zu sehen ist, zieht zu schnell vorbei, um sich damit zu befassen. Außer natürlich im Stau stehend. Aber auch da verhindert das umgebende Blech und Glas jegliche Interaktion oder Kommunikation. Aber Zeit für tolle Gespräche mit dem chauffierenden Elternteil? Mal ehrlich: Dafür nehmen der morgendliche Berufsverkehr und die Gedanken an den bevorstehenden Arbeitstag zuviel Raum ein...

Wie sieht also das Bild aus, das Sie persönlich sich zum Thema Schulweg von Ihrem Kind gemalt wünschen würden?

Das ist natürlich eine rhetorische Frage. Aber die Implikation ist klar: Wenn Sie sich wünschen, dass der tägliche Schulweg eine Bereicherung ist, dann müssen Sie - wenn irgend möglich - auf das Auto verzichten. So einfach.

Die schönen, bunten Bilder oben stammen von Kindern, die ihren Schulweg zu Fuß zurücklegen. Möglicherweise ist die Schule oder Kita Ihres Kindes aber zu weit von der Wohnung entfernt? Dann bietet sich als nächstbeste Möglichkeit das Fahrrad an: Damit kann auch immer mal angehalten werden, wenn etwas Interessantes  auf dem Weg auftaucht. Und durch die relativ niedrige Geschwindigkeit bleibt auch während der Fahrt etwas Zeit, Eindrücke aus der Umgebung aufzunehmen.
(Und wenn dazu noch das passende Kinderfahrrad fehlt, kann sich der Kinderfahrradfinder an dieser Stelle nicht den Hinweis auf den Fahrrad-Finder verkneifen. ;-) )

Aber wenn der Weg auch fürs Fahrrad zu weit ist? 
Dann bieten Bus & Bahn im Gegensatz zum Auto immer noch die Gelegenheit zum Gespräch mit Klassenkameraden beim Warten an der Haltestelle und während der Fahrt. Und der Weg zur Haltestelle und von der Haltestelle zur Schule ist auch ein Fußweg mit den genannten Vorteilen. :-)

All das gilt - wie schon eingangs gesagt - völlig unabhängig davon, ob Ihr Kind den Schulweg schon alleine bestreitet oder ob Sie es noch begleiten: Auch wenn Sie selbst mit dem Auto zur Arbeit fahren und Ihr Kind bisher immer unterwegs abgesetzt haben: Sie machen Ihrem Kind ein großes, wertvolles Geschenk, wenn Sie es künftig auf anderem Weg zu Schule oder Kita bringen und erst anschließend ins Auto steigen.

...

Die Kinderzeichnungen sind dem Kinderfahrradfinder übrigens in einer wirklich sehr lesenswerten Vortragsveröffentlichung des Erziehungswissenschafters und Kunsthistorikers Dr. Marco Hüttenmoser aufgefallen. Er hat bereits 1980 die die Forschungs- und Dokumentationsstelle „Kind und Umwelt“ gegründet, die sich unter anderm mit Problemen beschäftigt, die jüngere Kinder erfahren, wenn sie ihre Umwelt eigenständig erkunden und ihre wachsenden Fähigkeiten erproben wollen. Das Thema Verkehr spielt in diesem Zusammenhang natürlich eine zentrale Rolle. Im Vortrag werden weniger die Eltern für Schwierigkeiten von Kindern, den Schulweg (alleine) zu bewältigen in die Verantwortung genommen, als vielmehr Planer und Politik, die Kindern immer mehr sicher erkundbaren Raum im Wohnumfeld zu Gunsten des Kfz-Verkehrs nehmen bzw. kaum bereit sind, solchen Raum Kindern auch nur punktuell zurückzugeben.

...

Der nächste Artikel zum Thema Schulweg im Kinderfahrradfinder wird sich speziell mit dem Thema "Mit dem Rad zur Schule" beschäftigen. Sobald er geschrieben ist ;-), wird er hier verlinkt.

UPDATE: Hier ist er: Schulweg: mit dem Fahrrad zu Grundschule und Kita

Danke für Gedanken in Form von Kommentaren zum Thema! :)





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