Fahrradtour - Bikepacking mit "Kind" (13) - Teil 5 - Bärenwarnung

Artikel veröffentlicht:16 Sep, 2019 in: Fahrräder, Jugendfahrräder, Kinderfahrradfinder, Touren
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Ihr lest hier den 5.Teil des Berichts von der Vater-Tochter-Bikepacking-Sommerferien-Fahrradtour 2019. 

Für alle, die hier direkt gelandet sind, die Links zu den vorausgegangenen Teilen:

Teil 1 - über Planung & Ausrüstung

Teil 2 - Anreise und die ersten vier Tourtage

Teil 3 - Tage 5 & 6 

Teil 4 - Tage 7 & 8

Damit ich es auch irgendwann noch bis zum 17.Tag der Radtour schaffe, in diesem Teil mal mehr Fotos und weniger Text ;-)

Tag 9 - "Defekte", Furten Galore & Action mit Mönchen

Der Aufbruch vom "besten Campingplatz" war ein echter Abschied. Denn am Lagerfeuer hatten wir Freunde gewonnen. Oder vielleicht genauer: Wirklich freundlich gesonnene Menschen mit echtem Interesse am Gegenüber. Einfacher machte es, dass die meisten anderen ebenfalls weiter zogen. Aber Eines war klar: Wir würden auf der weiteren Strecke nach genau diesen studentisch organisierten Plätzen Ausschau halten und die Route dafür sehr gerne ändern.

Zum Abschluss des Lobgesangs auf den Platz... Es gab ein Gästebuch, in dem wir diesen Eintrag fanden. Irgendwas über die psychedelische Wirkung des Lagefeuertees.


Wer kann polnisch?


Wir rollten bester Dinge los. Keine besonderen Vorkommnisse auf feinem Asphalt. Dann nach einigen Kilometern wieder eine Wegweisung weg von der Straße. Ein kleiner Berg vor uns. Der geschotterte Waldweg führte nicht drum herum, sondern geradewegs darüber. Durchgeschwitzt oben angekommen, ging es nach dem Verschnaufen dann ewig und schnell auf Schotter bergab....

Und schon hatte ich den ersten (und einzigen) Platten auf dieser Reise. 

Aber N. war aber nicht mehr in Sicht. Einfach anrufen!.... Ging nicht:  Wir befanden uns am wahrscheinlich einzigen Punkt Polens ohne Netz. Wie auch immer: Es war aufregend, mein "Kind" mitten im Nichts verloren zu haben. Aber wir fanden uns lange 10 Minuten später wieder, ich flickte meinen Platten (DIe Blackburn-Pumpe, die ich frisch angeschafft hatte, kann ich nicht wirklich empfehlen. Auch wenn sie letztlich ihren Dienst tat). Und kaum waren wir fünf Minuten weitergerollt, war N. mit ihrem ersten (und ebenfalls einzigen) Platten an der Reihe:

Sie bestand darauf, alles selbst zu machen. Wunderbar :)

Diese zwei Platten innerhalb 10 Minuten waren übrigens nicht nur die einzigen Platten - sondern wirklich auch die einzigen "Probleme" die unsere Räder während der gesamten Reise gemacht haben. Sensationell bis unglaublich. Aber wahr.

(Ok, N. würde hier nun ganz sicher noch anmerken wollen, dass das allergrößte Problem der ganzen Reise überhaupt, ihr minderwertiges Lenkerband war, das schon nach wenigen Tagen erste Auflösungserscheinungen zeigte und dann mit Ducktape gefixt werden musste. Also liebe Conway Produktmanager: Investiert ruhig mal ein paar Cent mehr für echtes Lenkerband statt einer Atrappe am GRV 600 ( und vermutlich auch anderen Rädern mit Drop-Bar)

Magurski Nationalpark.

Dann kam der Magurski Nationalpark. Übrigens auch mit so einem Fähnlein Fieselschweif-Campingplatz versehen. Wir rollten aber daran vorbei, weil die Etappe sonst zu kurz gewesen wäre. Aber die Gegend ist wunderschön. Sozusagen ein Gravel-Traum. 

Besonders für Alle, die Furten mögen. Wir querten auf wenigen Kilometern mindestens vier davon:

Nummer Eins:

Nummer Zwei:

Nummer Drei:


Und Nummer Vier:

Der Park war toll - aber leider ließen wir ihn schneller hinter uns, als mir lieb gewesen wäre. Bald fanden wir uns auf Asphalt wieder. 

Und ich hatte auch erneut den Fehler gemacht, die Route an einem "See" vorbei zu legen. Er erwies sich als recht überschaubarer Teich, auf dem Ausflügler in Tretbooten dicht an dicht dümpelten. Zu lautem Rummelplatz-Techno vom Kiosk am Ufer. Und zwar immer wieder dasselbe "Lied" in Endlosschleife. Wir bestellten uns Burger und bewunderten das Spektakel, von dem ich keine Fotos gemacht habe.

N. merkte an, dass das Fleisch eigentlich wie eine Veggie-Bulette schmeckt. Das stimmte. Und ich glaube, vegetarischer Geschmack zählt bei Fleisch nicht so richtig als Qualitätsmerkmal ;-) 

....

Jetzt schnell weg hier. Alle weiteren Seen auf der Rest-Route werde ich streichen und weiträumig umfahren. :) 

Durch liebliche Täler...

...mit großen Kirchen in kleinen Dörfern....


...und Blumen in betörenden Farben am Wegesrand...



....fanden wir schließlich den Ort für die Nacht. So richtig begeistert waren wir nicht. Zwar in einer sehr schönen Gegend, direkt an einem Bach gelegen und neben einer Pferdeweide. 



Aber im Prinzip war es die Grillwiese neben dem Sportplatz von sowas ähnlichem wie einer luxuriösen Jugendherberge. 


Für ein Weiter war es jedoch zu spät. Und so hatten wir warme Duschen, konnten die Akkus über Nacht aufladen und schauten abends einen Actionfilm namens "Eagle Eye" zusammen mit einer Gruppe Geistlicher (im Foto oben im Hintergrund erkennbar) in ihren Kutten. 

Leider werden englische Filme in Polen nicht einfach mit Untertiteln versehen (und auch nicht synchronisiert), sondern ein und derselbe Sprecher redet permanent und völlig monoton über Tonspur. Das hat N., wo immer es auf unserer Reise einen Fernseher gab, maßlos geärgert :D

Es war nun lange nach Mitternacht. Bis Morgen.

>>Der 9.Tag auf Strava

Tag 10 -  Es gibt einen *noch* besseren Campingplatz

Morgens noch ein üppiges Frühstück...


...und N. hat vor unserem Aufbruch noch viele, viele Fotos von Insekten am Bach gemacht. Hier aber nur ein Beispiel ;-)



Dann ging es weiter. Erstmals mit richtig schweren Beinen bei uns beiden. Eine, ausgedehnte Pause gleich nach vielleicht 100 Höhenmetern. 


...dabei den Helm hübsch geschmückt:

Als wir Stunden später einen Supermarkt plündern wollten, fragte ich N., ob sie den Kopfschmuck auch da drinnen wirklich anbehalten wolle.... "Nein" ;-)

...

Es folgten ein paar extrem knackige Anstiege auf reinen Radwegen - denn nur für Radfahrer baut man ja keine Serpentinen - in dieser hübschen Gegend....



...die letztlich zu diesem Gipfel führten. Man erkennt es im Bild nicht wirklich - aber der Weg dort hoch war wirklich kräftezehrend.


Dafür belohnt wurden wir dann natürlich mit viel bergab...


...köstlich süßen Walderdbeeren


Schotterwegen mit Panorama

...und am Ende des Tages noch mit einem Campingplatz, der den vom 6.Tag nochmals übertraf!

Der Zugang:


Küche, Feuerstelle und Aufenthaltsraum - kaum angekommen wurden wir dort direkt mit frischer Pizza aus einem Steinofen versorgt :D



Die Sauna:


Die Dusche


...und unser privates Zelt, in dem heute auch unsere Räder mal übernachten durften:


Übrigens waren außer uns so ungefähr fünf weitere Gäste auf dem Platz. Erklärung der Campingplatzleitung:: "Hier gibt's keinen Strand und keine hohen Berge. Da will hier doch kaum jemand Urlaub machen..."... und ich ergänze mal... auch keinen See mit Vergnügungspark :) 

Wunderbar!

>>Der 10.Tag auf Strava

Tag 11 - Echte Wildnis & die erste Bärenwarnung

Bestes Wetter. Und heute sollte es dann auch endlich mal so richtig "graveln". Nur noch Schotter nach 10 Minuten rollen, dann mal kein Bächlein, sondern ein echter Fluss. 

Aber auch furttauglich mit flachem Wasser.


Matsch....



Aber hey, das ist ein ausgewiesener Fahrradweg!

...und am Ende des Weges - für Alle, die aus der anderen Richtung kommen - eine Warnung vor Bären!

Danke liebe Verwaltung, dass Ihr das für unsere Richtung nicht aufgestellt hattet. Sonst hätten wir am Ende noch Angst bekommen ;-)

Thema Bären

Ja es gibt welche in Polen, in der Slowakei, in Rumänien (da wohl besonders viele) und so weiter. Ich war mir dessen vor der Reise bewusst. Und es ist verdammt schwer bis unmöglich, auf die Schnelle eindeutige und zuverlässige Informationen zu diesem Thema zu bekommen. Denn einmal heißt es, eine Begegnung sei extrem unwahrscheinlich - ein anderes Mal, derartige Informationen seien falsch und würden nur verbreitet, um Touristen nicht abzuschrecken. Das Risiko sei durchaus sehr real und man möge allerlei Sicherheitsvorkehrungen treffen und Verhaltensregeln befolgen. 

Aber welche? Ok: Kein Essen im oder beim Zelt. Auch nicht auf Campingplätzen. Laut sein. Und im Fall einer Begegnung? Ich werde mich hüten, hier als vollkommener Laie irgendwelche Tipps im "Stille Post"-Stil nachzuplappern. Googelt gegebenenfalls bitte selbst und sucht Euch zusammen was Euch plausibel erscheint. Wer es ernst meint, kauft sich wahrscheinlich auch besser ein Buch, als sich aufs Internet zu verlassen. Im Ernstfall Bärenspray oder tot stellen? Dass erscheint als eine schwer zu entscheidende Frage... Und was auch immer man im Vorfeld entschieden hat... in Wirklichkeit würde dann wahrscheinlich trotzdem alles ganz anders.

Nun. Uns ist auf der Reise kein Bär begegnet. Aber die zwei erfahrenen Wanderer, die ich unterwegs dazu befragte, konnten von Begegnungen mit Bären berichten. Allerdings nur von solchen bei der Bär den Wanderer nicht bemerkt hatte oder zumindest keine Notiz von ihm nahm  - und  somit ein Rückzug noch leicht möglich war.

Wie auch immer: Fotos haben ja keine Audiospur - aber zum Beispiel auf diesem Weg, den wir später am Tag befuhren - und noch oft auf der Reise - sangen wir den Bären fortan gemeinsam Lieder


Und so begegneten uns keine Bären. - immerhin aber ein Hund :)


Jetzt aber erstmal was Essen.


Pierogi sind eigentlich nie eine schlechte Wahl. Aber diese hier waren selbstgemacht, sogar ein bisschen knusprig. Und der Apfelsaft aus alten Apfelsorten der Region - in eine sehr stylische Flasche abgefüllt - auch etwas Besonderes.


Es folgte viele Kilometer später die Erste Furt, die - ("nicht zu schnell, sonst gibt's nasse Füße") problemlos durchfahrbar war:



Eine Gegend, in der wir den Bären nach diesem letzten Haus und neuerlichem Warnschild am Wegesrand extra viele Weisen sangen. Und wir ,als es einmal vielleicht 100m entfernt im Gehölz brachial laut knackte - bzw. wirklich Äste barsten -, wir einen Anstieg Kraft des Adrenalins plötzlich ganz mühelos und viel schneller bewältigen konnten, als je zuvor.



Später am Feuer dieses dritten studentischen Campingplatzes auf unserer Reise angekommen, sagte man uns, dass das möglicherweise ein Wisent war. Ja, die leben hier auch frei und wild.



Auf diesem Platz namens "Rabe" gab es übrigens kein Netz. Da derlei in Polen aber extrem ungewöhnlich ist, war neben der Feuerstelle ein Wegweiser mit zünftig eingeritzter Aufschrift "GSM ->" aufgestellt. Folgte man der Richtung 50 Meter, fand sich eine Holzbank an einer Stelle, an der Emails etc. dann doch ihren Weg auf die Telefone fanden. Moderne Pfadfinderei. ;-) 

>>Der 11.Tag auf Strava


..und hier geht es weiter mit dem 6.Teil


p.s: Kinderfahrradfinder.de ist mehr als "nur" dieser Blog. Für diejenigen Leser die Kinder haben, lohnt sich daher auch mal ein Blick auf die Startseite.




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