Fahrradtour mit "Kind" - 6.Teil: Curry, Crash & Hüttenzauber

Artikel veröffentlicht:01 Okt, 2019 in: Kinderfahrradfinder, Touren
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Ihr lest hier den 6.Teil des Berichts von unserer Vater-Tochter-Bikepacking-Sommerferien-Fahrradtour 2019.

Für alle, die direkt hier gelandet sind, die Links zu den vorausgegangenen Teilen:

Teil 1 - über Planung & Ausrüstung

Teil 2 - Anreise und die ersten vier Tourtage

Teil 3 - Tage 5 & 6 

Teil 4 - Tage 7 & 8

Teil 5 - Tage 9, 10  & 11

...

Ganz langsam wurde uns bewusst, dass auch dieser Radurlaub endlich sein würde. Zu meinem Leidwesen. Aber N. würde mir zwei Tage später offenbaren, dass sie begonnen hat die Tage zu zählen, weil sie doch irgendwann auch wieder mal nach Hause wollte. So 12 oder 14 Tage seien wohl eine gute Reisedauer. 17 bzw. 19 Tage mit An- und Abreise ihr eher zu viel. Aber ehrlich: Durch die lange Zeit konnte ich die Route überhaupt erst so entspannt planen bzw. sie so entspannt fahren: Mal nur 20km, mal 70. Spontane Ruhetage, spontane Routenänderungen. Und hey, es hätte auch Regen-Zwangspausen geben können - oder Defekte. Ich fand 17 Tage genau richtig :)

Tag 12 - entspannter Start vor dem ersten (und einzigen) Crash


Kaffee & Tee am morgendlichen Lagerfeuer, Zähneputzen am Bach...


...eine ausgiebige Blumen & Insekten-Fotosession von N. am Straßenrand...


Aufbruch

Wir mussten wohl weit oben angekommen sein. Denn es ging richtig schön lange bergab. Vorwarnung: Im Video passiert nichts, außer dass es halt recht lange bergab geht ;-) 

Ah... und man sieht, dass N. irgemdwelche Nackenbeschwerden bekommen hat, Alle paar Sekunden seitliches Dehnen. Sitzposition zu gestreckt? Helm? ... Ich weiß es nicht.

Die Straßen wurden dann größer und größer. Und ausnahmsweise sogar auch mal befahren inklusive dem einen oder anderen LKW. 

N. machte dort aber etwas anderes verrückt: Eine Zeit lang rätselte sie, was die ab und an auf die Fahrbahn gesprühten Nummern wohl bedeuteten. 

Ich hätte ihr nicht sagen sollen, dass sie die Kilometer zählen. Denn ab dem Moment kam ihr das Fahren dort so zäh und langweilig vor, wie Wartezeit irgendwo mit einer großen Uhr direkt vor der Nase. 

LKW und nervige Zahlen auf der Straße: Es war also mal wieder Zeit für eine "Abkürzung" mittels der alternativen MTB-Route auf meinem Telefon! :D

Das hieß, zunächst einmal lange Schieben :-/

Manchmal aber auch fahren. Wow. Das sieht gut aus. Vaterstolz irgendwo mitten im Wald :-)


Oben angekommen ein "bisschen" Matsch:


Crash!

Und dann ging es den Berg wieder genauso und noch steiler runter, als es hoch gegangen war.... Aber da war da so eine Stelle, an der auch ich zögerte, trotzdem fuhr... und gleich merkte, dass das zu steil für Gefrickel mit der Bremse war: Rollen lassen, kontrolliertes Schlittern. Glücklich unten angekommen hörte ich N. von oben rufen "Papa geht das?" und setzte gerade an, zurückzumelden, N. solle lieber schieben.... Aber da sah ich sie schon fahren. Und sehr kurz darauf stürzen. Da lag sie halb auf der Seite, halb auf dem Bauch. Das Rad vor ihr. Kurze Stille. Aufschluchzen. Viele Schrecksekunden auf dem Weg hoch zu ihr.

Das ist eine Crux an solchen Reisen. Der Grat zwischen Wohl und Wehe ist so schmal. Das hatte ich auch schon bei der einen oder anderen schnellen Abfahrt auf Asphalt oder Schotter im bisherigen Verlauf der Tour im Kopf gehabt. Und nun natürlich wieder. Irgendwas verrenkt? Gebrochen? Ausgekugelt?

Nein.! Es war nur der Schreck und ein paar Schürfwunden. Vor allem am Knie :D

Knie

Ich hatte zum Glück weder das Erste Hilfe Päckchen noch Desinfektionsspray auf meiner Packliste vergessen. Also auf den Schreck erstmal eine gegrillte Forelle am Angelteich. Der Restaurant-Aufenthalt war sehr erquicklich, da dort eine deutsche Familie versuchte einen Fisch im Angelteich zu fangen - der Sohn jedoch alle 3 Minuten jähzornig und lautstark über das bisherige Scheitern ausrastete. Schreien am Angelteich. Wahrscheinlich nicht das beste Erfolgsrezept. :D

Forellenteich

(Nein. N. trinkt hier kein Bier, sondern ein alkoholfreies Radler ;-))

Heute durften die Wunden in einer komfortablen Pension geleckt werden:Pension

Bis Morgen!

Der 12.Tag auf Strava (Route und mehr Bilder)

Tag 13 - Rollen zum Soulfood & Schieben zur Berghütte

Wir befanden uns nun am Rande des Bezkidi Nationalparks. Das ist dieser südöstliche Zipfel Polens auf der Landkarte, der sozusagen ein gutes Stück in Ukraine und Slowakei reinragt. Und auf den Bergen hier befinden sich wohl eine Menge der epischen Trails, die im Trailer der Transcarpatia - (des Rennens, an dem sich  unsere Routenplanung grob orientiert hatte)  - zu sehen sind....

...aber ich hätte mir wohl besser auch ein paar Gedanken über diesen Satz auf der Transcarpatia-Website machen sollen: "You come round in Bieszczady, on the part of the track that was specially permitted for TC2019 contestants by the national forest guards.". Kurz: Radfahren ist dort abseits von Straßen verboten. Ich hätte gerne mal die Aussicht von so einem unbewaldeten Grat genossen und schlug eine Wanderung vor. Aber wandern kommt für N. einfach nicht infrage. Und so genossen wir den Blick auf die schönen Berge von unten bei einem Softeis. (Ja hinter mir und deshalb nicht im Foto war ein Softeisstand. Und ein Souvenirstand. Das war am Eingang zu einem der Wanderwege hoch in die Berge. Und wie die hohe Tatra sind auch die Beskiden bei polnischen Touristen sehr beliebt):

Softeis


Wir fuhren also Straße.

Straße

...und noch mehr Straße. 

Auch sehr schön. Zumal die Straße im Video genau so für ca. 20 Minuten entlang eines Baches sanft bergab ging. 20 Minuten, in denen uns auch nur exakt ein Auto begegnete. Zwar absolut nicht untypisch für unsere gesamte Reise. Aber hier in den touristisch beliebten Beskiden war es insgesamt doch schon ein bisschen voller,  

und als ob diese Straße noch nicht perfekt genug gewesen wäre, endete sie an einem glasklaren Fluss, in den auch der Bach mündete, der uns begleitet hatte:

Fluss

("Was ist das da unten an Deiner Brille?" mag die/der Eine oder Andere nun fragen. Nein, es handelt sich nicht um irgendwelchen elektronischen High-Tech, sondern um einen simplen Rückspiegel. Ich hatte letztes Jahr ausführlich über meine Erfahrungen mit der Brille geschrieben.  Aktuell teste ich ein neues Modell mit kleinerem Spiegel. Aber ich kann schon sagen: Das Alte und wohl auch weiterhin erhältliche Modell wie im Bild funktioniert deutlich besser.)

Der Fluss: Wir haben gebadet und eine kleine Steinbrücke gebaut:

Steinbrücke

Polnisches Thailand

...und nachdem der allerbeste Fluss die beste Straße bereits übertrumpft hatte, wurden wir nun zum vollendeten Glück noch mit dem allerallerbesten Essen verwöhnt: Direkt an der Straße hinter der Badestelle gab es einen unscheinbaren Imbiss. Wir waren im Geiste schon auf Burger, Pommes, Tiefkühlbaguette oder allerbestenfalls Pierogi eingestellt. Aber dann warfen wir einen Blick auf die Karte: Tiger Prawns, Tempura Prawns, Freitags Sushi :0. Und es war so unfassbar gut:

Thaifood

Viel besser, als Alles, was man in den wahrscheinlich 1000 asiatischen Restaurants in Berlin finden könnte. Soweit ich mich erinnere, sogar leckerer, als alles was ich in einem Thailand-Urlaub vor ein paar Jahren zu schmecken bekommen hatte. Ich denke, dieses kurze Video vom Genuss der Soßenreste, zeigt deutlich, dass ich nicht übertreibe :-)

Ok. Das ist also mal ein echter Geheimtipp. Der Ort heißt Dwernik. Der Imbiss liegt etwas außerhalb an der Straße beim Fluss. Bitte keinesfalls verpassen, falls es Euch mal in die Gegend verschlägt.

Hüttenzauber

Und nun hatten wir gestärkt noch etwas Krasses vor. Das Höhenprofil des Tages verrät es:

Höhenprofil

Wir wollten für die Nacht hoch zu einer Berghütte. Der Weg begann wieder mal mit einer Bärenwarnung...

Bärenwarnung

...und war zu steil und matschig:

Bergauf schieben

Zwei Stunden mit vollem Körpereinsatz schieben. Nach einem Drittel des Weges war N. über ihrem Limit und ich musste Ihr Gepäck vom Rad nehmen und zusätzlich schultern. So fit und schnell junge Menschen auch sind. Wir Erwachsenen verfügen doch wenigstens noch über deutlich höhere Leidensfähigkeit.

Aber die Mühen wurden natürlich belohnt. Zum Beispiel mit dieser ungewöhnlichen Badewanne...

Berghütte

...vor einer wohlorganisierten Berghütte, wie man sie sich authentischer nicht hätte wünschen können:

Küche in der Berghütte

Gute Nacht im Bettenlager - nach feucht-fröhlichem Abend mit anderen, durchgängig sehr jungen Gästen. Gitarre, Wein und vielen Liedern.

Der 13.Tag auf Strava

Tag 14 - Ruhetag

Die Hütte war gemütlich, die Aussicht schön. Wir blieben einfach einen weiteren Tag. Die Gegend Erkunden...

Wiese

N. hat einen Blumenkranz geflochten (der ihr aber nicht gefiel ;-))

Blumenkranz

Und ich fuhr noch einmal runter zum Einkaufen. Und wieder hoch. Aber nicht den Weg von gestern, sondern in eine andere Richtung. 

Radreise - Einkauf mit Aussicht

Als ich zurückkam, war N. langweilig geworden und sie beklagte sich, dass wir nicht nochmal gemeinsam zum Imbiss gefahren waren :-). Wir hatten aus Unwissenheit auch etwas übersehen: In dieser Berghütte war es üblich, dass Gäste, die länger blieben, tagsüber dass eine oder andere mit halfen, statt einfach Urlaub zu machen. Manche hackten Holz, andere strichen Bretter - jemand beschriftete Wegweiser mit einem Lötkolben. Nächstes Mal helfen wir auch mit. Dann wird auch niemandem langweilig.

Wie auch immer: Morgen geht es auf jeden Fall weiter.

Mein kurzer Einkaufs-Ausflug auf Strava ;-)

...to be continued

p.s: Kinderfahrradfinder.de ist mehr als "nur" dieser Blog. Für diejenigen Leser die Kinder haben, lohnt sich daher auch mal ein Blick auf die Startseite.

...

Und hier noch einmal die Links zu den vorausgegangenen Teilen des Berichts:

Teil 1 - über Planung & Ausrüstung

Teil 2 - Anreise und die ersten vier Tourtage

Teil 3 - Tage 5 & 6 

Teil 4 - Tage 7 & 8

Teil 5 - Tage 9, 10  & 11




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