Gute Kinder-Mountainbikes #2: Besser leicht!

Artikel veröffentlicht:27 Mär, 2020 in: Jugendfahrräder, Kaufberatung, Kinderfahrräder, Marken, Ratgeber
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Titelfoto (und auch alle anderen): Anna Wenisch (@braap.mom auf Instagram. Folgen lohnt. Das sind einfach tolle Bilder. Vielen Dank!)

Im zweiten Teil der "Gute Kinder Mountainbikes"-Serie beleuchten die Jungs von VPACE aus Ravensburg die Frage, warum gerade Kinderbikes möglichst leicht sein sollten - und was "leicht" konkret bedeutet.

(Vorherigen Artikel der Serie verpasst? >> Im ersten Teil der Artikelserie ging es um Laufradgrößen und Geometrien von Kinder-Mountainbikes <<)

Gewichtsverhältnisse

Wie oft kommen wir zurück von einer gelungenen Mountainbike-Tour, mit einem breiten Grinsen im Gesicht, erschöpft aber glücklich. Und wie oft geht uns dann durch den Kopf, wow, war das mal wieder ein Riesenspaß. Für diesen Spaß braucht es natürlich auch das richtige Bike. Eines, das optimal zu uns und dem passt, was wir damit anstellen wollen. Das schnell ist, funktioniert und bestenfalls auch schön leicht ist. Man könnte sogar sagen, der Spaßfaktor steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Gewicht unseres Bikes.

Schwere Bikes für kleine Fahrer?

Natürlich wollen auch unsere Kinder Spaß haben mit ihren Fahrrädern. Das sollen sie auch, dafür tun wir alles, das wollen wir ihnen ja auch vermitteln, sie teilhaben lassen. Dafür setzen wir sie auf die für sie passenden Bikes. Wir wissen ja jetzt, dass Rahmengeometrie und Laufradgröße bei der Auswahl des richtigen MTB für unseren Nachwuchs eine wesentliche Rolle spielen...

...und was ist mit dem Gewicht?

Wir stellen fest: In der Regel sind Kinder-Mountainbikes im Verhältnis zu den Bikes für die Erwachsenen viel schwerer. Ein durchschnittlicher männlicher Erwachsener mit einer Körpergröße von 1,80 Meter wiegt etwa 80 Kilogramm. Setzen wir den jetzt auf ein leichtes Hardtail wie beispielsweise das Canyon Exceed CF SL 6.0, das 10,7 Kilogramm wiegt, entspricht das Gewicht des Bikes 13,1 Prozent des Fahrergewichts. Ein 6-jähriger Junge etwa, rund 1,20 Meter groß und 22 Kilogramm leicht, kommt etwa mit dem MAX24  mit Starrgabel, das 7,5 Kilogramm wiegt, auf einen Anteil von 35,5 Prozent. Das heißt, in absoluten Zahlen ist das Kidsbike einiges leichter, aber im Verhältnis fast dreimal so schwer wie das Canyon! Selbst ein E-Bike wie das Specialized Levo kommt auf ein günstigeres Gewichtsverhältnis als Kinder-Mountainbikes, egal von welchem Hersteller.

In folgender Tabelle werden die Gewichtsverhältnisse anhand weiterer Beispiele noch einmal deutlich 
(Für bessere Ansicht auf dem Mobiltelefon: bitte horizontal halten und ggf. scrollen/wischen):


Fahrer
Bike
Körpergröße
/ Gewicht

Bike
/ Preis (ca.)
Gewicht
(ohne Pedale)

Relation
Fahrer/Bike *)

Erwachsener:
1,80 m
/ 80 kg
Canyon Exceed CF SL 6.0
RockShox Reba RL
100-mm-Federgabel
/ 2100.- Euro
10,7 kg
13,4 %
Specialized Turbo Levo
Expert Carbon
Fox 36 Performance
150-mm-Federgabel
E-Mountainbike
/ 8300.- Euro
21,7 kg
26,8 %
Kind:
1,20 m
/ 22 kg
Federleicht 24er Disc
24-Zoll-Laufräder,
Carbon-Starrgabel
/ 2700.- Euro

6,6 kg
30 %
VPACE MAX24
24-Zoll-Laufräder,
Carbon-Starrgabel
/ 1300.- Euro

7,5 kg
34,1 %
woom OFF 4
20-Zoll-Laufräder,
Carbon-Starrgabel
/ 700.- Euro

7,8 kg
35,5 %
VPACE MAX24
24-Zoll-Laufräder,
Saso 60-mm-Federgabel
/ 1300.- Euro

8,5 kg
38,6 %
Naloo HILL BILL 11-Speed
 24-Zoll-Laufräder,
RST First Air
60-mm-Federgabel
/ 1250.- Euro

9,4 kg
43,2 %
B-Twin Rockrider ST900
20-Zoll-Laufräder,
Zoom 50-mm-Federgabel
/ 250.- Euro

11,7 kg
53,2 %


*) Auf das Verhältnis von Gewicht Fahrrad zu Gewicht Fahrer kommt es an - vor allem bei Kinderbikes!

Wer würde schon ein Bike mit mehr als 30 Kilogramm fahren wollen?

Umgekehrt wird das Missverhältnis noch anschaulicher. Das VPACE MAX24 mit Federgabel aus unserer Tabelle kommt mit einem Gewichtsanteil von 34,1 Prozent des Fahrers im Vergleich schon ziemlich leicht daher. Hochgerechnet auf die 80 Kilogramm Körpergewicht des erwachsenen Bikers würde das Fahrrad aber 30,9 Kilogramm wiegen – rund das Dreifache des Canyon. Hier zählt jedes Kilo mehr oder weniger nicht nur doppelt, sondern, wie das Beispiel zeigt, gleich vierfach! Das würde sich keiner von uns antun, oder? Die Kids aber müssen die Bikes auf dem Trail handeln, den Hügel hochfahren, gegebenenfalls auch mal einen Hang hinaufschieben, Treppen hochtragen und so weiter. Und tun das auch, (fast) ohne mit der Wimper zu zucken. Die Tapferen!

Wenn’s rauf geht, ist manchmal eben auch Schieben angesagt. Dann besser mit einem leichten Bike. |  Foto: Anna Wenisch

Je leichter das Bike, desto besser kommen die Kids damit zurecht

Klar, dem Gewicht eines Bikes sind bauartbedingt nach unten natürliche, also physikalische Grenzen gesetzt. Ein Kinder-MTB reicht im Verhältnis nie an ein Erwachsenenbike heran. Dennoch wird deutlich: Wer im Baumarkt ein günstiges Rad mit 15 Kilogramm kauft, tut seinem Kind keinen Gefallen. Und auch das nächstbeste Bike im Fahrradladen um die Ecke ist im Zweifelsfall einfach zu schwer.

Es ist wie so oft eine Frage des Preises: Hochwertige Mountainbikes zeichnen sich durch einen leichten Rahmen, leichte Komponenten und – Stichwort ‚Rotierende Massen‘ – auch leichte Laufräder aus. Und dafür muss man – je nachdem, wie leicht es werden soll – eben auch mal ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Aber es lohnt sich! Je leichter das Kinder-MTB, desto besser wird das Kind damit zurechtkommen. Desto höher ist schlussendlich auch der Spaßfaktor.

Frederik hat mit seinem leichten MORITZ24 sichtlich viel Spaß. | Foto: Anna Wenisch

Und letztlich profitieren auch die Eltern davon, wenn die Kids langfristig Spaß haben an ihren Bikes, Lust, damit herumzutollen und die Trails zu rocken. Eine Treppe, einen Wurzelteppich und auch größere Steigungen ganz alleine meistern. Eine Tour auch zu Ende fahren und mit Stolz erfüllt wieder zuhause ankommen. Und Ihr mit Euren Kindern eben viel Zeit gemeinsam den Spaß haben, den Mountainbiking vermitteln kann.

Glücklich und stolz statt kaputt und frustriert: Frederik und sein kleiner Bruder Valentin auf dem MAX20 Trail haben eine ganz schön lange Tour geschafft. | Foto: Anna Wenisch

Die Auswahlkriterien zum Thema Bike-Gewicht in der Übersicht

  1. Das Gewicht eines Bikes hat maßgeblichen Einfluss auf Fahrspaß und Begeisterung der Kinder.
  2. Ein gutes Kinderfahrrad ist erst dann ein gutes Kinderfahrrad, wenn es wirklich leicht ist.
  3. Hochwertige Bikes zeichnen sich durch leichte Rahmen, leichte Komponenten und – Stichwort ‚Rotierende Massen‘ – leichte Laufräder aus
  4. Nicht in absoluten Gewichtsangaben denken, sondern das Gewicht des Bikes immer in Relation zum Körpergewicht des Kindes setzen.
  5. Jedes Kilogramm Mehrgewicht an einem Kinderrad entsprechen etwa 2 bis 3 Kilogramm Mehrgewicht bei Bikes für Erwachsene.
  6. Weniger ist mehr! In der Summe zählt jedes Gramm.
  7. Aber bitte nicht um jeden Preis! Denn ab einem gewissen Gewicht steigt der Preis für jedes gesparte Gramm exponentiell an, ohne dass Fahrspaß oder Performance deutlich besser werden

_______________

Das war es für heute. Wenn Ihr Fragen zum Thema habt: Die Jungs von VPACE beantworten sie Euch gerne im Kommentarbereich. Oder Ihr wendet Euch direkt an VPACE.

Der 3.Teil der Serie behandelt alle Fragen rund um das Fahrwerk von Kinderbikes: Federgabel? Oder gar gleich vollgeferdert? 

(Den 1.Teil noch gar nicht gelesen? Darin ging es um Laufradgrößen und Geometrien von Kinder-Mountainbikes)

Stay tuned & Ride Unique! ;-)



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