Der Preis - Warum 500 Euro für ein Kinderfahrrad nicht teuer sind

Artikel veröffentlicht:10 Nov, 2016 in: Kaufberatung, Ratgeber
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300.- , 500.-, 1000.- Euro oder gar noch viel mehr für ein Kinderfahrrad?!

Viele Eltern und Großeltern schlucken erstmal, wenn sie sich das erste mal mit den Preisen hochwertiger Kinderfahrräder konfrontiert sehen. Dabei haben sie kurz zu vor noch ähnliche Summen für Kinderwagen und Buggy gezahlt.

Nun. Billig ist anders. Aber es gibt gute Gründe auch beim Fahrrad für den Nachwuchs etwas Geld in die Hand zu nehmen. Denn der soll damit ja mit Leichtigkeit und Spass von A nach B kommen. Und bei genauerer Betrachtung wird man sehen, dass dank hohen Wiederverkaufswerts guter Fahrräder, die Kosten am Ende nicht viel höher als 50.- bis 200.- Euro pro Jahr liegen.

Aber warum kosten die Räder eigentlich soviel wie sie kosten?

Zunächst einmal ist ein Kinderfahrrad auch ein Fahrrad. Es besteht aus genau den gleichen Komponenten wie ein Rad für Erwachsene. Nur eben alles etwas kleiner. Aber dadurch, dass etwas kleiner gebaut wird, wird die Produktion oder der Einkauf für den Hersteller nicht billiger. Ganz im Gegenteil werden Kinderräder meist in wesentlich kleineren Stückzahlen hergestellt als Erwachsenenräder. Das schlägt sich auf die Einkaufspreise der Komponenten nieder. Ein Kinderrad mit Komponenten in derselben Qualität wie an einem bestimmten Erwachsenenrad würde den Hersteller also tatsächlich mehr kosten als das Erwachsenenrad!

Nun gut. Aber es gibt auch Kinderräder, die 100 oder 200 Euro billiger sind. Tun die es nicht auch?

Das kommt darauf an: Für ein Spielzeug, das alle paar Tage mal nur im Hof oder auf der Auffahrt hundert Meter im Kreis bewegt werden soll tut es sicher auch ein billiges Rad. Wenn man aber möchte, dass das Kind wirklich Freude am Radfahren gewinnt, man jetzt oder später auch mal gemeinsam mit dem Fahrrad Besorgungen oder kleine Touren machen möchte, dann ist die Antwort klar: Nein, Billigräder tun es dann nicht. 

Sie tun dann ihrem Kind und sich einen großen Gefallen, wenn Sie beim Fahrradkauf auf bestimmte Qualitätskriterien achten: z.B. Geringes Gewicht, gut erreichbare und funktionierende Handbremsen, Kurbeln in der richtigen Länge, eher keine Federgabeln an Rädern unter 24" Laufradgröße etc. (mehr zu geeigneten Qualitätskriterien u.a. im Ratgeber Artikel "Kinderfahrradfinder - die Qualitätskriterien").

Die gute Nachricht: Der Wiederverkaufswert

Das erste Laufrad oder Fahrrad wird kaum mehr als ein Jahr lang passen. Möchte man für sein Kind konsequent immer ein passendes Rad haben, wird man bis zum 20"-Rad das Fahrrad mehr oder weniger jedes Jahr austauschen müssen. Dann verlangsamt sich das Wachstum und die Räder passen auch mal zwei und irgendwann drei Jahre lang. 

Also zuerst jedes Jahr 300.- und dann alle 2 Jahre 500 Euro?! Ja. Aber gleichzeitig jeweils 200.- bis 400.- Einnahme durch den Wiederverkauf. Schauen Sie sich die Gebrauchtpreise in Frage kommender Räder an. Sie werden sehen, dass sie oft kaum 25%-30% unter dem Neupreis liegen. Und summa summarum hundert oder zweihundert Euro pro Jahr, dafür dass das Kind immer ein wirklich gut zu fahrendes Rad hat, sind dann doch schon gar nicht mehr sooo viel.

Nur unversichert klauen lassen, sollte man sich das Rad nicht. Sonst geht die schöne Rechnung nicht mehr auf. Daher: Bedingungen der Hausratversicherung checken und gegebenenfalls nachbessern. Sehr viele Hausratversicherungen decken aber Fahrraddiebstahl in typischen Kinderfahradpreisklassen ab.


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