Kettenschutz, Dreifach-Kurbeln und der Q-Faktor

Artikel veröffentlicht:10 Nov, 2016 in: Ratgeber, Kaufberatung
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Der Q-Faktor bezeichnet den Abstand der Außenflächen beider Kurbeln eines Fahrrads voneinander. 

"Q-Faktor" hört sich sehr technisch an. Tatsächlich steht das "Q" allerdings für "Quack", den Laut den Enten machen. Und Enten haben einen sehr breiten Gang. Auf das Fahrrad übertragen bedeutet ein hoher Q-Faktor (den man in Millimetern misst) dass mit weit voneinander entfernten Füßen pedaliert werden muss, weil die beiden Kurbeln - und somit auch die Pedale - relativ weit voneinander entfernt sind. 

Je weiter die Pedale aber auseinander liegen, desto unergonomischer wird das Fahren. 

Das betrifft auch Fahrräder für Erwachsene. Da Kinder aber naturgemäß noch kurze Beine haben, wirkt sich ein hoher Q-Faktor bei Ihnen besonders ungünstig aus. Je kleiner das Kind noch ist, desto ungünstiger. 

Hersteller von Kinderfahrrädern sollten also bestrebt sein, einen möglichst geringen Q-Faktor an Ihren Rädern zu erreichen. Zwei Dinge sind dabei allerdings hinderlich: 

Ein ausladender Kettenschutz: So verlockend für Eltern ein Kettenschutz - in der Regel ein Plastikkasten um Kette und Kettenblätter - zur Vermeidung von schmutzigen Hosen oder gar aufgeratschten Schienenbeinen oder Waden sein kann: Die meisten Konstruktionen erfordern viel Platz in der Breite und erzwingen so einen ungünstig großen Q-Faktor. 

Beobachten Sie mal Kinder auf solchen Rädern von hinten in Hinblick auf die breite, o-beinige Sitzposition. Das sieht nicht gesund aus und ist es auch nicht. 

Über Auswege aus diesem Dilemma haben viele der im Kinderfahrradfinder gelisteten Hersteller aber nachgedacht. Beispielhaft seien hier die Marken Islabikes, Early Rider und Pyro genannt:

Islabikes hat einen eigenen Kettenschutz entworfen, dessen Konstruktion den Q-Faktor nicht erhöht - und verbaut zusätzlich ebenfalls eigens designte Pedale mit kürzerer Achse, um den effektiven Q-Faktor noch weiter zu reduzieren. 

Early Rider setzt auf Riemen- statt Kettenantrieb. Der funktioniert ölfrei und somit sauber, so dass gleich gar kein Schutz gebraucht wird.

Auch z.B. die Marke  Pyro (ehemals Kaniabikes) ist ein niedriger Q-Faktor ein so wichtiges Anliegen, dass einige Modelle auf der Pyro-Website mit konkreter Angabe des Q-Faktors beworben werden. 

Aber auch ohne Kettenschutz - die meisten Räder, die der Kinderfahrradfinder vorschlägt haben zwar einen Schutzring am Kettenblatt aber keinen kompletten Kettenschutz - lässt sich wunderbar Fahrrad fahren. Und frisches Öl an der Hose lässt sich tatsächlich ganz einfach mit Gallseife entfernen ;)

Mehrfach-Kurbeln: Je mehr Kettenblätter zwischen den Kurbeln Platz finden müssen, desto größer wird der Q-Faktor. Und kleinere Kinder kommen mit dem Schalten gleich an zwei Hebeln ohnehin selten klar. Und Schaltungen mit weniger Kettenblättern funktionieren zuverlässiger und sauberer. 

In der Regel reicht ein Kettenblatt vorne bei Kinderrädern auch völlig aus. Bei größeren Rädern - vor Allem Rennrädern und Mountainbikes - reichen zwei. Auch bei Erwachsenenrädern geht der Trend seit Jahren ganz klar weg von der Dreifach-Kurbel.

Kinderfahrräder mit 3-fach-Kurbeln listet der Kinderfahrradfinder daher nur im Ausnahmefall.Nämlich dann, wenn alles andere am Rad stimmt. Im Idealfall tauscht man Kurbel (Und Schakthebel) nach dem Kauf einfach noch aus.

Kurz: Je weniger Kettenblätter desto besser, sofern nicht ein bestimmter Einsatzzweck - wie z.B Fahren in sehr bergigem Gelände - doch mehr erfordert. 

Wer es noch genauer wissen möchte:


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